𝗭𝘄𝗲𝗶 𝗦𝗲𝗶𝘁𝗲𝗻 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗿 𝗠𝗲𝗱𝗮𝗶𝗹𝗹𝗲.
Narzissmus. Jeder hat sofort jemanden im Kopf.
Man muss nur die Nachrichten einschalten. Die großen Bühnen der Weltpolitik sind voll davon. Laut, präsent, überzeugt von sich.
Das ist der 𝗴𝗿𝗮𝗻𝗱𝗶𝗼𝘀𝗲 𝗡𝗮𝗿𝘇𝗶𝘀𝘀𝗺𝘂𝘀. Sichtbar. Bekannt. Und nur eine kleine, schneebedeckte Spitze des Eisbergs.
Denn es gibt eine zweite Form. Und die kommt völlig anders daher.
Diese Menschen sind hilfsbereit. Immer da, wenn jemand gebraucht wird. Sie springen ein, sie halten den Laden zusammen, sie geben alles. Ohne sie würde vieles nicht laufen, und das stimmt sogar. Man ist froh, sie im Team zu haben.
Diese Form heißt 𝘃𝘂𝗹𝗻𝗲𝗿𝗮𝗯𝗹𝗲𝗿 𝗼𝗱𝗲𝗿 𝘃𝗲𝗿𝗱𝗲𝗰𝗸𝘁𝗲𝗿 𝗡𝗮𝗿𝘇𝗶𝘀𝘀𝗺𝘂𝘀. Sie ist leise. Und deshalb kaum zu erkennen.
Zwei Formen, die unterschiedlicher kaum wirken könnten.
Und doch handelt es sich um zwei Ausprägungen, die in einer Person zusammenfallen können. Solange alles läuft, zeigt sich die große Seite. Nach Kritik, Zurückweisung oder Statusverlust kippt es in die andere (Pincus und Lukowitsky, Forschung zum pathologischen Narzissmus).
Denn beide Male geht es um dasselbe. Um ein Selbstwertgefühl, das sich allein nicht tragen kann. Die eine Seite löst das über Größe. Die andere über Unentbehrlichkeit. Grandiosität und Minderwertigkeit sind zwei Seiten derselben Medaille.
Beides findet sich in Unternehmen. In Teams, in Projekten, in Führungspositionen. Und beides überzeugt im Auswahlgespräch, auf je eigene Weise.