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WHY-Hype: Macht die Lampe an!

 

„Wir stellen Mitarbeiter:innen nach ihrem WHY ein!“

„Wenn man das eigene WHY kennt und lebt, kann dadurch so viel Kraft und Energie entstehen.“

 

Sätze wie diese, lese ich in der Community immer wieder. Simon Sinek, vermeintlicher Vater des WHY, grüßt auf den weltweiten Social-Media-Kanälen und alle jodeln mit.

Jedes Mal schüttel ich den Kopf und denke: „Nee, nee, nee, nee, nee!!“, wie im Video des Rene Marik Maulwurfs und der Barbie (Min. 2.20), über das ich mich immer wieder kaputtlachen könnte. Wen es interessiert: https://www.youtube.com/watch?v=BLil72oa5P8

Auf Hochglanz poliert: Die Hälfte fehlt!  

Dein WHY entsteht meist Skriptgebunden* in der Kindheit. Es ist etwas, das du unbewusst immer wieder getan hast und heute noch tust. Es ist eine Geschichte deiner Wurzeln und offenbart deine absolute Kernkompetenz, deine Werte und deine tiefsten Ambitionen. Es ist dein Motor!

*Jeder von uns entwirft in seiner Kindheit seine eigene Lebensgeschichte. Diese Geschichte hat ein Anfang, eine Mitte und ein Ende. Die Grundzüge des Lebenslaufs verfassen wir in der allerersten Lebenszeit, noch ehe wir richtig sprechen können. In der späteren Kindheit schmücken wir die Geschichte mit weiteren Einzelheiten aus. Wenn wir sieben Jahre alt sind, ist die Geschichte zum größten Teil fertig, aber auch als Jugendliche können wir noch weiter daran arbeiten und das eine oder andere revidieren. Als Erwachsene haben wir im Allgemeinen das Bewusstsein für die Lebensechte verloren, die wir für uns geschrieben haben. Und dennoch werden wir sie sehr wahrscheinlich getreu ausleben, ohne dass wir dessen innenwerden (Ian Stewart, Vann Joines).

Worüber niemand spricht: Es ist nicht immer positiv besetzt.

Stell dir vor, du hast eine Schwester. Ihr fiel es leicht zu lernen, sie war hochbegabt, attraktiv und das Vorzeigebeispiel der Eltern. Die unbewusste Botschaft an dich lautete: Sei so wie deine Schwester! Bei ihr wurde nie hinterfragt, keine Kritik geäußert und alles durchgewunken. Durch den steten Vergleich musstest du tiefste Kränkungen erdulden. Du wurdest in deinem eigenen Wesen nicht gesehen, nicht wahrgenommen und nicht angenommen.

Welche Stärke entwickelte sich bei dir daraus? Du nimmst Aussagen nicht einfach hin und hinterfragst bis in kleinstes Detail. Du konfrontierst dein Gegenüber unerschrocken, du widersprichst, hast keine Scheu vor Menschen in einflussreichsten Rollen und forderst sie heraus. Doch je älter du wirst, desto häufiger triftest du in die Respektlosigkeit ab. Eigentlich ist es deine große Stärke Menschen und festgefahrene Systeme aufzurütteln, doch unbewusst kämpfst du noch immer um die Anerkennung und Liebe Deiner Eltern. Ein unreflektierter Prozess, der dich in eine berufliche Sackgasse manövriert hat. Jetzt bist du 54 Jahre und die beruflichen Chancen bleiben aus. Deine Verbitterung und jahrelanger Kampf sind unübersehbar geworden. Denn ab dem 40. Lebensjahr wird im außen kontinuierlich sichtbar, was sich in deinem Inneren abspielt: Wie du lebst, was du über dich denkst, was du isst und wie du fühlst.

Harald Ackerschott, Guru unter den Eignungsdiagnostikern, sagt: „Die Dosis macht das Gift.“ Das trifft den Nagel auf den Kopf.

Dein WHY ist kein Schnelltest in einem Magazin. 

„Ein Coach kann dir in 30 Minuten dein WHY analysieren“, bemerkte Dirk Kreuter vor zwei Tagen in einer Randnotiz. Ja, stimmt, manchmal kann es ratzfatz gehen - doch es ist kein Richtwert. Und auch SNOCKS Gründer Johannes Kliesch erwähnte das WHY gestern im 45'Dive Interview mit Céline Flores Willers. Ganz so einfach ist es jedoch nicht: Der Erfolg deines WHY hängt von der Beschaffenheit der Entstehungsgeschichte, deinem Vermögen der Eigenreflektion und deiner Fähigkeit der Selbststeuerung, in Form von Intelligenz, ab. Sitzt der Stachel tief und erlangst du darüber keine Bewusstheit, kann der Schuss auch nach hinten losgehen. Dann sind wir bei „Genie und Wahnsinn“. 

Das WHY in der Personalauswahl? Klare Kante gegen indiskrete Fragen. 

Viele behaupten Mitarbeiter:innen nach ihrem WHY einzustellen: Dein WHY analysiere ich sicherlich nicht im Recruiting in einem Vorstellungsgespräch! Dafür müsste ich vertiefende und sehr persönlichen Fragen stellen und gemeinsam mit dir in deiner Kindheit graben. Solche vertraulichen Informationen haben in einem Interview in der Personaldiagnostik nichts zu suchen! In meinen Karriere-Branding Workshops erarbeitet ich dein WHY in zweistündigen, separaten Einzelsessions. Denn es geht oft so tief, dass es vor einer Gruppe geschützt werden muss. 

Sichtbare Einzigartigkeit als Zauberelixir? Nervenzellen im Gespräch. 

Dein WHY existiert auf der der Mikroebene. Deine Stärken haben sich herausgebildet, weil du Dinge nicht nur einmal, sondern milliardenfach wiederholt hast. Es ist der „Superhub“ deiner Synapsen: In Millisekunden finden an tausenden Zellen komplexe chemische und elektrische Prozesse statt – für eine einzige Handlung. Du bist auf einem bestimmten Gebiet so stark, dass dir niemand so schnell etwas vormachen kann. Deine Festplatte auf den Bildschirm zu bringen ist ein erhellender Moment und kann dich in deiner beruflichen Entwicklung Quantensprünge voranbringen. Die Wundermedizin ist es jedoch nicht: Denn für durchschlagenden Erfolg, wie auch immer er individuell formuliert werden möge, braucht es eine ganze Reihe weiterer Faktoren.

 

Ihr Erfolg ist meine Herzensangelegenheit!

Ihre 

Sandra Gärtner

 

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