Superhubs in der Karriereentwicklung: Schallmauern durchbrechen und durchstarten

Es geht keinen Schritt weiter. Ob in der Telko, Videokonferenz oder im persönlichen Gespräch, die quälende Anspannung des Managements ist im Auftaktmeeting trotz überschwänglicher Freundlichkeit zu spüren. Hinter den Verantwortlichen liegen bereits viele kraftvolle Bemühungen, ihre Spitzenkraft im nächsten Wachstumsschritt zu begleiten.  

Wenn bisherige Erfolgsstrategien nicht mehr greifen

„Mitarbeiter werden so lange befördert, bis sie inkompetent sind“, lautet ein Business-Spruch. Das stimmt jedoch nur zum Teil. Erfolg stellt sich ein, wenn Stärken und Talente im Job ausgelebt werden können. Er zeigt sich jedoch auch bei grenzenlos hohem Arbeitseinsatz oder Perfektionismus.

Aufgrund ihrer guten Leistungen weitet sich das Aufgabenspektrum von Highperformern häufig ganz automatisch aus. Erfolge ziehen neue Aufträge, mehr Verantwortung und zusätzliche Mitarbeiter nach sich. Aufgabenschwerpunkte und Rollen verschieben sich.

Ein Beispiel: Herr A. ist ein hervorragender und vielgefragter Spezialist. Steht die Produktion still, wird er als „Feuerwehr“ gerufen. Er kennt die Herstellungsprozesse bis ins kleinste Detail, beherrscht die Technik im Schlaf und bringt die Anlagen binnen kürzester Zeit wieder zum Laufen. Er ist der Mann der Stunde, ohne ihn funktioniert in der Produktion nichts. Die Fertigung und damit auch das Aufgabengebiet von Herrn A. wachsen über die Jahre beständig. Inzwischen führt er ein Team von neun Mitarbeitern.

Seit einiger Zeit ist jedoch Sand im Getriebe. Die Mitarbeiter sind unzufrieden und beginnen zu blockieren. Der Vorgesetzte von Herrn A. ist ungehalten. Er schreit nach Strategie und Strukturierung und verliert sich in den Meetings emotional. Herr A. ist verzweifelt. Wann immer es ein Problem in der Produktion gibt, rückt er weiterhin zu seinen „Feuerwehr“-Einsätzen aus. Dadurch vernachlässigt er aber schmerzlich den strategischen Aufbau seines Bereiches. Fehler sollen erst gar nicht in der Produktion eintreten. Herr A. steht aufgrund seiner Überbelastung kurz vor dem körperlichen Zusammenbruch. Unternimmt er doch alles in seiner Macht Stehende für das Unternehmen. Er fühlt sich gelähmt, hilflos und unverstanden.

Das Gummiseil schnalzt immer wieder auf den Ausgangspunkt zurück

Anstatt neue Wege einzuschlagen, wird krampfhaft an den alten Erfolgsstrategien mit den dazugehörigen Verhaltensmustern festgehalten. Diese werden nur mit noch viel größerer Kraft und Wucht angewendet – bis zum Exzess. Das Umfeld reagiert verständnislos. Der Ausstieg aus dem Hamsterrad scheint unmöglich. Das ist der Moment, in dem sich Highperformer bis zur Selbstaufgabe abarbeiten und für andere spürbar wird, dass etwas nicht stimmt. Im Endstadium passieren Fehler, es kommt zu Eskalationen und Grenzüberschreitungen, die Situation verhärtet sich zunehmend.

Die Vermeidung, neue Wege zu gehen, hat jedoch ganz explizite Hintergründe. Die Erfüllung der Aufgabe wird als absolutes Muss angesehen und liegt in der Entwicklungsgeschichte meist lange zurück. Neuronale Synapsenverbindungen haben sich aufgrund sehr alter Erfahrungen entwickelt, ausgeprägt und waren einst sogar überlebenswichtig. In angespannten Notsituationen werden diese sofort aktiviert. Das ist vergleichbar mit einer Autobahn, auf der ganz selbstverständlich in eine bestimmte Richtung gefahren wird. Vom bisherigen Kurs kann nicht abgewichen werden.

The Story behind: Superhubs

Superhubs in der Karriereentwicklung sind zentrale Entwicklungsverkehrsknotenpunkte, an denen sich die Probleme anstauen und aufhängen. Ohne an genau diesen zentralen Punkten anzusetzen, kann sich kein weiterer Erfolg einstellen, denn es handelt sich um Blockaden in Form von Dilemmata. Mit professioneller Unterstützung können in einer qualifizierten Standortbestimmung Superhubs bis in die letzte Schicht analysiert und freigelegt werden. Unbewusste Prozesse sowie Vermeidungsstrategien werden samt ihren dahinter wirkenden Ängsten bewusst und sichtbar gemacht.

Bildlich gesprochen, wird eine kurzzeitige Vollsperrung der bisherigen Verhaltensautobahn geschaffen, um neuen Erfolgsstrategien Raum zu geben. Handlungsalternativen werden analysiert, ausprobiert und neu eingeübt. Das Erfolgsrepertoire wird damit erweitert. Ziele sind ein wichtiger Bestandteil in der Arbeit. Kraftvolle berufliche Visionen braucht es auch, für die es sich lohnt zu starten. Aufgrund neuer Erfolgserlebnisse können sich neue neuronale Synapsenverbindungen entwickeln. Der Lern- und Entwicklungsprozess kommt in Bewegung.

Meist ist dies ein längerer Prozess, der Zeit benötigt. Manchmal sind die Erkenntnisse und Aha-Effekte aber auch so groß, dass eine direkte Umsetzung im Arbeitsalltag und damit der Turnaround gelingt.

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